Gemeinde zum Heiligen Kreuz

Glauchau

Die Kirchen

Die ursprüngliche Kirche (1883 – 1945)

Alte Kirche außen mit Pfarrhaus - Ausschnitt 1883-1945

Die Gemeinde wurde 1875 gegründet. Zunächst baute man in Wohnhäusern einen kleineren (Poststraße 24), später einen größeren Kirchsaal (Brückenstraße 56) für die Gottesdienste aus. Doch die Zahl der Gemeindeglieder wuchs kräftig. Deshalb wurde 1882 auf dem damals noch weitgehend unbebauten Kaßberg das jetzige Gemeindegrundstück erworben. In nur knapp einem Jahr wurde dort die Kirche nach Plänen der Architekten Gräser und Gottschaldt errichtet. Das Äußere des einschiffigen Baus war in reiche neugotische Formen gekleidet und wurde von einem 32 m hohem Dachreiterturm mit steilem Helm gekrönt. Das Innere war ebenfalls in neugotischen Formen gehalten. 1921 wurden seitliche Emporen aus Holz eingebaut, wodurch insgesamt bis zu 600 Besucher Platz fanden. Am 5. März 1945 wurde die Kirche von einer Bombe getroffen und brannte aus. Nur noch die Umfassungsmauern blieben stehen.

Zwischenphase: Kirchruine und Holz-Kapelle

Über viele Jahre hinweg blieb das Gotteshaus als Ruine stehen. Zunächst sicherte man die erhaltenen Umfassungsmauern vor weiterem Verfall durch ein Behelfsdach. An einen Wiederaufbau war vorerst nicht zu denken, weil jegliches Material fehlte.
Die etwas ungewöhnliche Lösung dieser Notlage bestand in einer Holzkirche. Ein guter Teil des Geldes dafür wurde von GlaubensgeschwisterHolzkirche außenn aus Amerika gespendet. Die Kapelle bestand teilweise aus Fertigteilen, die aus der Schweiz angeliefert wurden. Die Zeitverhältnisse werden z.B. daran deutlich, dass während der Bauzeit das Baumaterial von Gemeindegliedern nachts bewacht werden musste. 1949 wurde die Holz-Kapelle eingeweiht und diente der Gemeinde mehr als 30 Jahre als Gottesdienstraum.
Doch das eigentliche Ziel, die zerstörte Kirche wieder aufzubauen, verlor man nicht aus den Augen. Man begann, die Kirchruine zu sanieren. Der Dachstuhl wurde neugebaut und die Fenster verglast, um weiterem Verfall zu wehren.

Holz-Kapelle

Die heutige Kirche (ab 1979)

Kirche außen mit Pfarrhaus - Ausschnitt ab 1979

In den 70iger Jahren entstand nach Plänen des Architekten Georg Laudeley das heutige Gotteshaus. 1979 konnte die Kirche fertiggestellt und am 14. Oktober desselben Jahres geweiht werden. Sie ist schlicht und sachlich gehalten in klaren Formen. Im Gegensatz zu anderen Kirchen ist der Innenraum sehr hell durch die großzügigen Fenster. Ein besonderer Blickfang sind die drei Betonglasfenster des Altarraumes mit dem gekreuzigten Christus im Mittelpunkt. Die Kirche hat eine sehr gute Akustik durch die hölzerne Kassettendecke. Die Orgel wurde 1986 von der Firma Schüßler (Greiz) erbaut.

Das Ende der Holz-Kapelle

Die Kapelle wurde noch bis 1986 für Gottesdienste im Winter genutzt, weil es in der wiederaufgebauten Kirche in den ersten Jahren keine Heizung gab. Doch danach wurde sie nicht mehr gebraucht. Die Gemeinde verkauft 1993 den Teil des Grundstückes, auf dem die Holzkirche stand. Leider ließen spätere Besitzer die Kapelle verfallen, wobei die Gemeinde tatenlos zusehen musste.
Die Gemeinde war froh, als 2008 die Ruine in ihrem Nachbargrundstück endlich entfernt wurde. Die innerliche Trennung von der ehemaligen Kirche war schon lange zuvor geschehen. Deswegen stand man auch dem Wiederaufbau als „Restaurant Wegwarte“ im Jahr 2013 neutral gegenüber. Das Gebäude hat mit unserer Gemeinde und dem eigentlichen Zweck der gottesdienstlichen Nutzung schon lange nichts mehr zu tun.

Holz-Kapelle in neuer Verwendung